Krank sein kurz vor Ostern hat eine eigene Melancholie. DrauĂen lĂ€uft schon alles Richtung Feiertage und ich GlĂŒckspilz lieg am Donnerstag im Bett, halb benebelt, halb gelangweilt, mit Tee und schwerem Kopf. Also hab ich die Shirin David Doku auf Netflix gestartet. Was soll man sonst an so einem Tag tun.
Ich war nicht enttĂ€uscht, aber auch nicht wirklich gepackt. Genau das ist es eigentlich, solala eben. Was mich interessiert hat, war weniger der groĂe Popstar Glanz, sondern dieses dauernde Ringen mit sich selbst. Da ist so viel Disziplin, so viel Kontrolle, so viel Wollen. Und trotzdem wirkt fast alles seltsam leer.
Ich hab schon Respekt davor, wie viel Können und Ehrgeiz dahinter steckt. Gerade das macht es ja so unerquicklich. Wenn jemand so viel erreicht und dabei trotzdem kaum zufrieden wirkt, dann bleibt bei mir kein Neid zurĂŒck, eher ein stilles Unbehagen. Man merkt, Erfolg löst offenbar auch nicht alles, vieleicht gar nichts.
FĂŒr einen Krankenstandstag war das fast zu nachdenklich. Ich glaube, dass ich mir zur Entspannung jetzt die John Wick Reihe reinpfeffern werde. Stumpfe Aktion, wo man nicht grossatig nachdenken muss.